Siegel des Evangelisches Gymnasiums zum Grauen Kloster
Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster
Siegel der Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Onlineausstellung

Aus dem Leben einer Klosteranerin

1933 wurde die damals 13-jährige Ilse Feddern in die Mädchenklasse der Untertertia der Studienanstalt am Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster eingeschult, das sich damals noch in der Klosterstraße in den Räumen des alten Franziskaner-Klosters in Berlin-Mitte befand. Sie hatte vorher die Lutherschule, eine Oberschule und ein Lyzeum, in Berlin besucht und diese mit sehr guten Zensuren verlassen. Ilses Vater, Curt Feddern, stand als Oberschullehrer am Berlinischen Gymnasium von 1933 bis 1936 dem sportlichen Bereich vor. Er war Nicht-Parteimitglied der NSDAP, Nicht-Mitglied des NS-Lehrerbundes und weigerte sich im Sommer 1936, dem Wunsch oder „Befehl“ des Direktors nachzukommen, die nichtarischen Mitglieder aus der Ruderriege zu streichen. Seitdem wird er als „politisch unzuverlässig“ bezeichnet.
Wenn Ilse an ihre Zeit als Schülerin des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster zurückdenkt, so sind ihr vor allem die vielen Schulfahrten, die ganz traditionell Fußwanderungen mit dem Rucksack „auf dem Buckel“ waren, in Erinnerung geblieben: Die große Sängerfahrt im Herbst 1934 in die Lüneburger Heide und nach Hamburg, im Herbst 1936 in den Schwarzwald und an den Bodensee, die kleine Sängerfahrt zu Pfingsten 1937 ins Odertal, mehrere Ruderfahrten in die Mark Brandenburg oder ihre Abiturfahrt 1938 durch den Harz mit der Ordinaria Hildegard Schmiemann, die Chorkonzerte und die Studientage.
Auf dem Lehrplan standen zwar dieselben Fächer wie heute, doch gestaltete sich die Wochenstundeneinteilung mit anderer Gewichtung. Latein wurde in der Oberprima noch sechs Stunden und Alt-Griechisch acht Stunden pro Woche unterrichtet. Englisch und Französisch standen zwar ebenso auf dem Lehrplan, waren jedoch – im Vergleich zu heute – von geringerer Bedeutung, weshalb der Unterricht beispielsweise nur einstündig, und auch sonnabends in der nullten Stunde erteilt wurde. Doch ungeachtet des umfangreichen Lehrpensums behielt Ilse ihre Zeit am Berlinischen Gymnasium, die mit ihrem Abitur am 3. März 1939 zu Ende ging, in schöner und wehmütiger Erinnerung.
Ilse Feddern machte ihre Schulliebe zum Beruf und unterrichtete mit Begeisterung Generatio-nen von Schülern als Oberstudienrätin in einer Berliner berufsbildenden Oberschule, wo sie auch ihren späteren Ehemann Fritz Bollensdorf kennenlernte.
Ilse Feddern-Bollensdorfs Einsatz für das Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster, nach der Traditionsübernahme 1963 auch für das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster, könnte nicht wirkungsvoller und intensiver sein. Sie hält auch im neunten Lebensjahrzehnt Kontakt zu ehemaligen und heutigen Klosteranern und Freunden der Schule, verwaltet alle Adressen, Klassenlisten und biographischen Geschehnisse der Klosteraner, organisiert die monatlichen Treffen der Vereinigung ehemaliger Klosteraner, arbeitet für die Zeitschrift DAS GRAUE KLOSTER. Sie ist seit ihrer Einschulung im Jahr 1933 für ihre Schule tätig. Für Generationen von Schülern, Lehrern und Eltern ist sie der Inbegriff einer Klosteranerin und trägt deshalb den Spitznamen „Mutter der Klosteraner“.

Ilse Feddern-Bollensdorf

  • Geburt: 3. April 1920
  • seit 1933 Schülerin der Studienanstalt am Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster
    zum Grauen Kloster
  • seit 1955 Helferin des Kassenführers der Vereinigung ehemaliger Klosteraner „Gajus“ Pohlmann, Abitur 1921, und Kassenprüferin
  • seit 1958 Kassenführerin der VEK und Schriftführerin bis 1997 mit Ursula Hübel geb. Zumpe, Abitur 1934, und später mit dem Schriftführer der VEK Dr. Georg Dybe, Abitur 1990, gemeinsam.
  • seit 1965 Redaktionsmitglied der Zeitschrift DAS GRAUE KLOSTER
  • seit 1979 im Vorstand der drei Stiftungen:
  1. Streitsche Stiftung des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster
  2. Stiftung Berlinisches Gymnasium zum Grauen Kloster
  3. Lehrer-Witwen -und Waisenkasse des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster
  • seit 2001 Mitglied im Kuratorium des Fördervereins Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster Berlin-Mitte