Siegel des Evangelisches Gymnasiums zum Grauen Kloster
Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster
Siegel der Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Onlineausstellung

Welchen Auftrag haben Evangelische Schulen heute?

Auszug aus dem Kirchengesetz über die Evangelischen Schulen vom 4. November 2005:

Paragraph 1

  1. Der Auftrag der Evangelischen Schulen ist im Evangelium von Jesus Christus begründet. Die Evangelischen Schulen wollen die Freiheit, Gemeinschaft und Verantwortung erkennen lassen, zu denen Jesus Christus befreit. Evangelische Schulen sind Ausdruck der Verantwortung der Kirche im öffentlichen Erziehungs- und Bildungsbereich.
  2. Die Evangelischen Schulen leisten in der Aufnahme der Überlieferung, in der Gestaltung gegenwärtiger Wirklichkeit und in der Erarbeitung verantworteter Zukunftsentwürfe ihren Beitrag zur Erziehung und Bildung vom Evangelium her.
  3. Das Leben in der Schulgemeinschaft einer Evangelischen Schule soll dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern zu einem am christlichen Glauben orientierten Lebensverständnis finden, das zur Annahme der eigenen Person, zur Offenheit im Umgang mit anderen Menschen, zur Toleranz gegenüber Andersgläubigen und zu verantwortlichem Handeln in Kirche und Gesellschaft führt.
Evangelische Schulen
  • ersetzen in bestimmten Bereichen den Staat in seiner dienenden Funktion
  • sie haben den Selbst- und Außenanspruch auf einen bewussten und deutlichen Wertebezug bei Bildungsfragen und im sozialen Umgang der Beteiligten
  • sind für die Kirche eine Möglichkeit, Einfluss auf die Formulierung und Bewältigung bildungspolitischer und sozialer Probleme zu nehmen
  • setzen sich mit den Grundfragen der Gesellschaft aus christlicher Sicht auseinander und erweitern so die Reflexionsfähigkeit der Schüler und Schülerinnen, aber auch die die ihrer Lehrer und Lehrerinnen
  • Evangelische Schulen vermitteln die christliche Wertediskussion, indem sie ihre Schüler mit reflektiertem Wertebewusstsein in die Gesellschaft senden
  • wollen einen Beitrag zur Moral- und Wertediskussion in der Gesellschaft leisten und setzen sich dafür sowohl mit den Wurzeln der Gesellschaft, aber auch mit ihren Zukunftsperspektiven auseinander

Eine Begründung für evangelische Bildungsarbeit findet sich in Deuteronomium 6,20-25. Dort heißt es: „Wenn dein Kind dich fragt, warum gibt es diese und jene Vorschriften und Regeln im Leben, so antworte ihm: Wir waren Zwangsarbeiter in Ägypten, und Gott hat uns aus der Knechtschaft befreit. Und nach diesem Erlebnis richten wir unser Leben aus.“
Unsere Kinder treten also mit uns in einen Dialog über unsere Geschichte. Unsere Worte und Taten drücken aus, woher wir kommen, was unsere Grundlagen sind, wer wir sind, warum wir so und nicht anders handeln, wohin wir gehen, welches unsere Pläne und Wünsche sind. Dies alles ist Grundlage evangelischer Erziehung. Der Beitrag unserer Schüler und Schülerinnen wiederum ist der, dass sie uns erinnern an menschliche Möglichkeiten, die wir aus dem Blick verloren haben, an ein neues Leben, an eine unbefangene Weltsicht jenseits unserer erwachsenen, vielleicht enttäuschten Erwartungen. Das Stichwort heißt Vergegenwärtigung. Evangelische Schulen wollen Raum für Kommunikation schaffen und helfen, ein Bewusstsein für moralische Werte und ein gelebtes Christentum zu entwickeln.

Aus dem Impulspapier des Rates der EKD zu den Perspektiven für die Evangelische Kirche im 21. Jahrhundert vom 1. Juli 2006:

„Auf Gott vertrauen und das Leben gestalten – evangelische Bildungsarbeit als Zeugnisdienst in der Welt verstehen.

Im Jahre 2030 ist Bildungsarbeit eines der wichtigsten Arbeitsfelder der evangelischen Kirche. Sie führt Kinder und Jugendliche an den christlichen Glauben und an verantwortliches Leben aus Glauben heran. Sie bestärkt Christen darin, in Familie, Beruf und Gesellschaft von Gott Gutes zu sagen und den christlichen Glauben zu bezeugen.
In kirchlichen wie in stattlichen Institutionen konzentriert sich evangelische Bildungsarbeit auf die Beheimatung in den Überlieferungen des Glaubens und auf die Dialogfähigkeit mit anderen Religionen und Weltanschauungen. Wo immer der evangelischen Kirche Interesse an evangelischer Bildungsarbeit entgegentritt, wird sie diesem Interesse nachzukommen suchen. Dabei erhofft sie nicht nur Resonanz und Respekt, sondern auch die für den Umfang dieser Arbeit nötige Refinanzierung.“

(7.Leuchtfeuer-Impulspapier vom 1.7. 2006, S.77)