Siegel des Evangelisches Gymnasiums zum Grauen Kloster
Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster
Siegel der Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Oberstufenreisen: Griechisch-, Musik-, Geschichte-, und Lateinleistungskurse

Griechenland – zwischen Nostalgie und Realität

Nur wenige von uns waren schon in Griechenland. Als wir uns frühmorgens am Freitag, dem 25. September, am Schönefelder Flughafen trafen, wussten wir nicht, was uns erwarten würde. Besonders durch die aktuelle politische Lage in Griechenland war unser Bild durch Medien und Vorurteile geprägt.

Angekommen, war unser erstes Ziel das Hotel Evripidis, welches zentral gelegen war. Schon auf dem Weg von der Metro dorthin fiel uns der schlechte Zustand der Häuser, aber auch die davon unabhängige Freundlichkeit der Leute auf.
Es blieb uns Zeit, auf der Dachterrasse des Hotels, die eine wunderbare Aussicht über Athen und Piräus bot, uns auszuruhen. Am Nachmittag ging es dann schon durch die Plaka, die Altstadt Athens, und auf die Pnyx, wo die Volksversammlungen im antiken Griechenland tagten.
In Athen blieben wir zwei Tage, in denen die Besichtigung der Akropolis nicht fehlen durfte: Das Machtsymbol der antiken griechischen Hochkultur und heutige Wahrzeichen des gesamten Landes hat uns einerseits auf Grund seiner ehemaligen Imposanz beeindruckt, anderseits hatten wir es uns besser erhalten vorgestellt. Zusätzlich zog ein finsteres Unwetter auf, sodass wir völlig durchnässt die Flucht ins Hotel ergriffen.
Viele weitere Besichtigungen, die in unser straffes Programm vorsahen, vermittelten uns einen guten Eindruck des antiken Griechenlands, zehrten aber auch an unserer Kraft. Täglich begleiteten uns Referate unserer Mitschüler. Dann begann unsere kurze Rundreise. Von Athen aus über Delphi, Olympia, Epidauros sowie Mykene und wieder zurück – innerhalb von nur drei Tagen. Übernachten konnte man natürlich nicht auf den antiken Stätten, sodass eine kleine Odyssee durch griechische Kleinstädte für eine kurze Regenerationsphase über Nacht notwendig waren. Besonderes Highlight bezüglich des Aufenthalts und griechischer Xenophilie war der Küstenort Nafpaktos, wo auch die Möglichkeit zur Abkühlung im Mittelmeer bestand. Insgesamt hatten wir Glück mit dem Wetter. In Delphi konnte man die Ruinen der ehemaligen Orakelstätte bewundern, in Olympia die Bedeutung des Sportes im antiken Griechenland erahnen und das Stadion durch einem Lauf testen, in Epidauros war die wunderbare Akustik des best-erhaltenden Theaters zu genießen und in Mykene begaben wir uns auf die Spuren des Königs Agamemnon. Man konnte sich wie ein Römer auf Studienfahrt in Griechenland fühlen. Auch die Plastiken kamen während unseres Aufenthaltes durch zahlreiche Museumsbesuche nicht zu kurz. Die Fahrt klang mit einem Besuch des Nationalmuseums und der Agora, dem forum Romanum des antiken Griechenlandes, aus.
Leider blieb den meisten keine Zeit mehr, in das heutige Regierungsviertel der Griechen zu gehen, welches aber auch nicht Ziel unserer Reise war. Dennoch war die momentane Situation des Staates sehr sichtbar: Viele kleine Läden von Leuten, denen keine Zukunft beschert ist, Bettler, verfallene Häuser, eine schlechte Infrastruktur.
An die einstige Macht und den einstigen Reichtum Griechenlands erinnerten nur noch die Ruinen, welche wir besichtigten. Die Sparauflagen der EU machen sich nicht nur in den Medien, sondern auch in der Realität bemerkbar. Man sah Zeichnungen, in denen der Euro mit dem Hakenkreuz gleichgesetzt wurde, Banner mit anarchistischen Schriftzügen und antifaschistische Aufkleber. Viele Griechen fühlen sich von der EU und den harten Kürzungen der sozialen Leistungen bedroht. Griechenland – ein Land, dem nach der Integration Griechenlands in das Römische Reich über die Besetzung Deutschlands im 2. Weltkrieg und den folgenden Bürgerkriegen eine klare Struktur fehlt. Von Politikern und Lobbyisten gefälschte Finanzbilanzen bringen das Land in eine katastrophale Schuldenkrise, welche das Volk nun ausbaden muss, da die Milliardeninteressen der EU und der Gläubiger eine höhere Stellung haben als das Wohl der Bürger. Dennoch war unser Aufenthalt sehr schön und bildungsintensiv. Aber eins blieb klar: Dieses Land muss gerettet werden.

von Jonas Kern und Max Hopp

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