Siegel des Evangelisches Gymnasiums zum Grauen Kloster
Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster
Siegel der Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Grauer Salon

Grau ist er eher nicht, unser Lesezirkel, und das liegt an den Beteiligten, vor allem dann, wenn mehr Schüler dazukommen. Die Bezeichnung “Grau” gilt auch nicht für das Ambiente: unsere Wohnzimmer, das Thema: die Literatur und es passt auch deshalb nicht, weil wir mit ausreichend Wein und Wasser, Suppen, Käse und Obst und Näschereien unsere “grauen” Zellen beleben und beflügeln.

Eingeladen ist jeder, ob Schüler/in oder Lehrer/in, und es kommen meist zwischen 8 und 15 Lesebegeisterte, die oft auch wechseln, je nach Zeit oder Interesse für das jeweilige Buch. Termin, Ort und Lesevorschlag werden rechtzeitig im Schulhaus ausgehängt. Was gelesen werden soll, wird bei den jeweiligen Treffen den Versammelten selbst vorgeschlagen und verabredet.

Am 18.Mai 2001 fand das erste unserer Treffen im “Grauen Salon” statt mit dem Erzählband “Liebesfluchten” von Bernhard Schlink. Ein Jahr später trafen wir uns just an dem Tag, an dem der Schüler in Erfurt Amok gelaufen war und 17 schreckliche Morde begangen hatte. Und nicht erst da wurde deutlich, dass in unseren Gesprächen über die Literatur ‘die Welt’ nicht außen vor bleiben kann, dass es auch bei den Büchern immer wieder einen engen Bezug zu unseren Lebenserfahrungen und unserer Sicht auf die ‘Welt’ gibt. Die Diskussionen werden immer dann besonders spannend, wenn es dazu kommt, dass die unterschiedlichen Generationen ihre jeweilige Sicht auf die Texte beschreiben und zeigen, wie unterschiedlich Texte gelesen und empfunden werden. Und dazu muss man kein Kenner, nur ein Liebhaber von Büchern sein.
Schon unsere Titelliste zeigt, welche unterschiedliche Themen wir uns vorgenommen haben; an die Reihenfolge kann ich mich schon nicht mehr erinnern, und die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Bernhard Schlink, Liebesfluchten
  • Andrzej Szczypiorski, Eine Messe für die Stadt Arras
  • Erich Hackl, Auroras Anlass
  • Hermann Hesse, Demian
  • Ulla Berkéwicz, Engel sind schwarz und weiß
  • Delius, Der Tag, an dem ich Weltmeister wurde
  • Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon
  • Leon Winter, Serenade
  • Antonio Tabucchi, Erklärt Pereira
  • Imre Kertész, Roman eines Schicksallosen
  • Marlen Haushofer, Die Wand
  • Jean-Claude Izzo , Aldebaran
  • Per Olov Enquist, Der Besuch des Leibarztes
  • J. M. Coetzee, Schande
  • J. M. Coetzee, Warten auf die Barbaren
  • Paul Claudel, Die schwarzen Seelen
  • Margriet de Moor, Erst grau, dann weiß, dann blau